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Kommen Aquakulturen im Bodensee ?

Der Streit zwischen Befürwortern und Gegnern von im See installierten Fischzuchtnetzen ist heftig. Hier einige Fakten, entnommen aus der Zeitschrift IBN Heft 06/2018 (und mit deren freundlicher Genehmigung).

In ihrer Juni Ausgabe widmet sich die IBN in einem ausführlichen Artikel dem kontrovers diskutierten Thema “Aquakulturen im Bodensee“.

Hier eine kurze Zusammenfassung der Aussagen:

Was würde das bedeuten?
Zur Zucht wären letztendlich 6 Netzgehegen mit einem Durchmesser von je 20 Metern nötig. Das entspricht 1600 Quadratmetern Seefläche  oder anders ausgedrückt, der Fläche eines Quadrats mit der Seitenlange von 40 Metern. Dabei reicht jedes Netzgehege 40 Meter tief in den See hinab und wird dort verankert und an der Oberfläche für den Schiffsverkehr gekennzeichnet. Als geeigneter Standort würde sich aus verschiedenen Gründen das Seegebiet am “Teufelstisch“ eignen. Zur Zucht einer Tonne Felchen sind 1,5 Tonnen Futter nötig. Dabei werden pro Tonne Futter 4 Kilo Gesamtphosphat freigesetzt. Dies wiederum entspricht 0,15% dessen, was derzeit in den See eingetragen wird.

Was sagt der Gewässerschutz dazu?
Das Institut für Seenforschung sieht das Vorhaben eher kritisch und bei der Tagung der Internationalen Gewässerschutzkommission für den Bodensee (IGKB), die diesen Mai stattfand, wurde diese kritische Haltung bekräftigt. Die Risiken seien nicht abschätzbar, so das Kredo. Es würde durch die Fischzuchtanlagen eine Einleitung von etwa 3 Tonnen Gesamtphosphat pro Jahr erfolgen. Zum Vergleich: Die Kläranlagen im Überlanger See, an die 100.000 Personen angeschlossen sind, tragen pro Jahr 2 Tonnen ein.

Es bleibt spannend!
Zu einer detaillierten Einschätzung des Genehmigungsverfahrens wird es aufgrund einer Landtagsanfrage der Grünen kommen. Man wird also sehen, wie es weiter geht

hafa